Difference between revisions of "Bergführer Lorenz"

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als Aktbeginn im theatralischen Sinn inszeniert. Die Öffentlichkeit der Prozession verbindet sich mit der privaten Zerknischtheit der Hauptfigur, und in diesem traditionellen Rahmen gelingt Mantegazzis Musik am besten.
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als Aktbeginn im theatralischen Sinn inszeniert, ähnlich wie eine [[Ouverture]]. Die Öffentlichkeit der Prozession verbindet sich mit der privaten Zerknischtheit der Hauptfigur, und in diesem traditionellen Rahmen gelingt Mantegazzis Musik am besten.
  
 
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== Kommentar ==
Mantegazzis «klassisch» wirkende Musik besteht aus sinfonisch arrangierten Tanz- und Liedsätzen sowie aus musikalisch umgesetzten Naturempfindungen, die im Klangcharakter an Beethovens Pastoralsinfonie erinnern. Sie verweigert sich einer romantischen Innerlichkeit und trägt wenig zu einer psychologischen Vertiefung der Filmfiguren bei. Dies entspricht allerdings der statischen Dramaturgie des Films.
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Mantegazzis «klassisch» wirkende Musik besteht aus sinfonisch arrangierten Tanz- und Liedsätzen sowie aus musikalisch umgesetzten Naturempfindungen, die im Klangcharakter an Beethovens Pastoralsinfonie und an Opéra comique erinnern. Sie verweigert sich einer romantischen Innerlichkeit und trägt wenig zu einer psychologischen Vertiefung der Filmfiguren bei. Dies entspricht allerdings der statischen Dramaturgie des Films.
  
 
Der Tango, der die mondäne Verführerin aus Zürich charakterisiert, erscheint leicht ironisch, aber nicht dämonisch, und auch die Sturm- und Bergmusik mit hervortretenden Hörnern und Pauken beschränkt sich auf den klassischen Topos des Erhabenen. Sie wirkt dabei nicht spannend oder bedrohlich. (''Autor: Mathias Spohr'')
 
Der Tango, der die mondäne Verführerin aus Zürich charakterisiert, erscheint leicht ironisch, aber nicht dämonisch, und auch die Sturm- und Bergmusik mit hervortretenden Hörnern und Pauken beschränkt sich auf den klassischen Topos des Erhabenen. Sie wirkt dabei nicht spannend oder bedrohlich. (''Autor: Mathias Spohr'')

Latest revision as of 10:07, 12 July 2021

Bergführer Lorenz (CH 1943) ist ein Spielfilm mit der Musik von Gian Battista Mantegazzi.

Bergführer Lorenz: Stephan Lorenz trifft bei seiner Heimkehr im Dorf auf eine Bittprozession

Credits

  • Regie: Eduard Probst.
  • Buch: Louis Mattlé und Eduard Probst, nach einer Erzählung von Maurice Zermatten.
  • Produktion: Probst Film AG (Eduard Probst).
  • Gesangsensemble: La Chanson valaisanne.
  • Ton: Bruno Müller, Karl Wiederkehr.

Handlung

Der Walliser Bauernsohn Stephan verdient als Bergführer mehr Geld als mit dem Gut seiner Mutter. Die Kundin Rita beginnt auf einer Tour ein Abenteuer mit ihm. Zudem vernachlässigt er seine Pflichten, sodass sich seine Verlobte Antsch und die Leute im Dorf von ihm abwenden. Als er Rita nach Zürich folgt, wird er enttäuscht. Zurück im Dorf bewährt er sich, indem er Antsch vor einer Sturmflut rettet, und wird wiederum in die Gemeinschaft aufgenommen.

Musikausschnitt

(02:39 ab Min. 48)

Der reumütige Heimkehrer Stephan trifft im Dorf auf eine Bittprozession. Geräusch und Dialog sind noch ausgeblendet. Der Beginn einer neuen Filmrolle wird hier als Aktbeginn im theatralischen Sinn inszeniert, ähnlich wie eine Ouverture. Die Öffentlichkeit der Prozession verbindet sich mit der privaten Zerknischtheit der Hauptfigur, und in diesem traditionellen Rahmen gelingt Mantegazzis Musik am besten.

Kommentar

Mantegazzis «klassisch» wirkende Musik besteht aus sinfonisch arrangierten Tanz- und Liedsätzen sowie aus musikalisch umgesetzten Naturempfindungen, die im Klangcharakter an Beethovens Pastoralsinfonie und an Opéra comique erinnern. Sie verweigert sich einer romantischen Innerlichkeit und trägt wenig zu einer psychologischen Vertiefung der Filmfiguren bei. Dies entspricht allerdings der statischen Dramaturgie des Films.

Der Tango, der die mondäne Verführerin aus Zürich charakterisiert, erscheint leicht ironisch, aber nicht dämonisch, und auch die Sturm- und Bergmusik mit hervortretenden Hörnern und Pauken beschränkt sich auf den klassischen Topos des Erhabenen. Sie wirkt dabei nicht spannend oder bedrohlich. (Autor: Mathias Spohr)

Literatur

  • Aeppli, Felix: Der Schweizer Film 1929–1964, Bd. 2: Materialien, Zürich: Limmat 1981, Nr. 99. ISBN 978-3-85791-034-0
  • Zimmermann, Yvonne: Bergführer Lorenz. Karriere eines missglückten Films, Marburg: Schüren 2015. ISBN 978-3-89472-511-2

Weblinks

Quelle

  • Musik und Film: DVD EAN 611719440853