Difference between revisions of "Musique concrète"

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*Pierre Schaeffer, Michel Chion: ''Musique concrète : von den Pariser Anfängen um 1948 bis zur elektroakustischen Musik heute'', Klett, Stuttgart 1974.  
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*Pierre Schaeffer, Michel Chion: ''Musique concrète : von den Pariser Anfängen um 1948 bis zur elektroakustischen Musik heute'', Klett, Stuttgart 1974. ISBN 9783129242407
 
*Mathias Spohr (Hg.): ''Swiss Film Music. Anthology 1923–2012'', Chronos, Zürich 2015, S. 22, 84, 133, 143.
 
*Mathias Spohr (Hg.): ''Swiss Film Music. Anthology 1923–2012'', Chronos, Zürich 2015, S. 22, 84, 133, 143.
  
 
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Revision as of 20:46, 2 October 2017

Musique concrète ist der Fachausdruck für eine Art Instrumentalmusik, die sich nicht erkennbar aus Stimmen traditioneller Musikinstrumente zusammensetzt. Oft wird der Ausdruck synonym zu Geräuschmusik gebraucht. Die Musique concrète der 1950er und 1960er Jahre wird als Vorläufer und Wegbereiter für die moderne elektroakustische Musik betrachtet. Technische Voraussetzung waren die Magnettonbandgeräte, mit denen sich aufgezeichnete Klänge montieren liessen.

Für den Film hat Musique concrète insofern eine besondere Bedeutung, als sie die Arbeitsgebiete des Musikers und des Geräuschemachers (foley-artist) verbindet. Bei der Filmproduktion werden traditionell ein Geräuschband und ein Musikband produziert, die erst bei der Tonmischung kombiniert werden. Auch ein Geräuschemacher liefert nicht bloß "diegetische" Klänge zur Filmhandlung, sondern trägt zumindest zur Vereinfachung und Vereinheitlichung dieser Klänge bei, und kommentiert oder emotionalisiert sie in bestimmten Fällen (vgl. Slapstick). Der Einsatz von Musique concrète erfordert eine Arbeitsweise, die Musik und Geräusch gesamthaft beurteilt (siehe Sound Design). Seit den 1960er Jahren werden artifizielle Räume (Soundscape) durch Verfremdung, Mischung und Montage von Klängen erzeugt.

Schweizer Filmmusik

Schon Arthur Honegger und Arthur Hoérée montierten Lichttonspuren für ein artifizielles Gewitter im Film Rapt (1934). Bruno Spoerri arbeitete mit auf Magnettonbändern aufgenommenen Geräuschen wie für den TV-Spot Araldit-Buchstaben (1966). Aus akustisch aufgenommenen Klängen mischten Mario Beretta und Florian Eidenbenz einen imaginären Raumklang für die gehörlose Hauptfigur des Films Höhenfeuer (1985). (Autor: Mathias Spohr)

Literatur

  • Pierre Schaeffer, Michel Chion: Musique concrète : von den Pariser Anfängen um 1948 bis zur elektroakustischen Musik heute, Klett, Stuttgart 1974. ISBN 9783129242407
  • Mathias Spohr (Hg.): Swiss Film Music. Anthology 1923–2012, Chronos, Zürich 2015, S. 22, 84, 133, 143.