Die göttliche Ordnung

Die göttliche Ordnung (CH 2017) ist ein Spielfilm mit der Musik von Annette Focks. Der Film enthält zusätzliche Musik von Peggy Scott & Jo Jo Benson, Krokodil, Rob Laufer, Saturday’s Children, Lesley Gore und Aretha Franklin.

Die göttliche Ordnung: Nora stimmt ab

Credits

  • Regie: Petra Volpe.
  • Buch: Petra Volpe.
  • Produktion: Zodiac Pictures (Reto Schaerli), SRF Schweizer Radio und Fernsehen, Teleclub.
  • Sound Editing: Sabrina Naumann.
  • Sounddesign: Noemi Hampel.
  • Orchester: Wroclaw Score Orchestra.
  • Dirigent: Joris Bartsch Buhle.
  • Solo Piano: Ferran Cruixent.
  • Orchestration: Annette Focks, Ferran Cruixent.
  • Musikaufnahme: Tobias Lehmann.
  • Protools Operator: Tom Russbüldt, Martin Offik.
  • Aufnahmestudio: NFM/ Filharmonia Wroclawska.
  • Musikmischung: Peter Fuchs, AFM Music Studio Berlin.
  • Music Supervisor: Pirmin Marti.

Handlung

Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die 1971 mit ihrem Mann und zwei Söhnen in einem beschaulichen Schweizer Dorf lebt. Hier ist wenig von den gesellschaftlichen Umwälzungen der 68er-Bewegung zu spüren. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten beginnt Nora, sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen, was den Dorf- und Familienfrieden stark ins Wanken bringt.

Musikausschnitt


(4:32 ab Minute 01:28:30)

Das Ende des Films, welches durch die Musik einen klaren Spannungsbogen erhält, lässt sich grob in drei Abschnitte teilen. Im ersten Abschnitt stimmen die Männer des Dorfes unter Beobachtung der Frauen über das Frauenstimmrecht ab. Auf diese Szene folgt die Verkündung, dass das Frauenstimmrecht eingeführt wird, woraufhin das Dorf darauf anstösst. Die festliche Stimmung wird von einem Epilog abgelöst, in dem Nora erzählt, wie sich das Leben der Hauptfiguren nach der Einführung des Frauenstimmrechts entwickelt hat. Mit dem Kampf ums Frauenstimmrecht geht auch eine sexuelle Revolution einher und somit endet der Film mit Noras erstem Orgasmus.

Kommentar

Während über das Frauenstimmrecht abgestimmt wird, sind lange Liegetöne in den Streichern, sowie einzelne Paukenschläge zu hören, was eine spannungsvolle Stimmung erzeugt. Die Musik verstärkt die bedrückende Stimmung des Bildes, welches verdeutlicht, wie absurd und ungerecht die Tatsache ist, dass Männer über das Stimmrecht der Frauen bestimmen. Während das positive Ergebnis der Abstimmung im Radio verkündet wird, baut sich in den Streichern ein Akkord auf, der sich als Dominante entpuppt, die gleich darauf aufgelöst wird, was massgeblich zum Erleichterungsgefühl beiträgt, welches für diese Szene zentral ist. Während das Dorf feiert, erklingt im Orchester eine walzerartige, schwelgende Musik, die unter anderem aufgrund der Instrumentation fast märchenhaft wirkt und somit das klassische «Happy End» des Films betont. Im Übergang zum Epilog erfolgt in der Musik ein Stimmungswechsel. Der Grundton bleibt zwar derselbe, die Tonalität wechselt jedoch von Dur nach Moll und die Musik besteht aus sich wiederholenden Patterns, die die Handlung vorantreiben. Die Musik ist sehr bestimmt und ernst, genauso wie die Frauen entschlossen für ihre Rechte kämpfen, während dieser Kampf sehr herausfordernd ist. Die regelmässigen Patterns erzählen dem Publikum, wie die Zeit vergeht und Umstände sich ändern, einerseits im persönlichen Leben der Hauptfiguren, andererseits global auf einer politischen Ebene. Einen letzten Stimmungswechsel gibt es in der Musik in der letzten Einstellung, während Nora ihren ersten Orgasmus erlebt. Hier hat die Musik eine ähnliche Funktion wie in der Feierszene vor dem Epilog, jedoch ist nun ein Solo Cello im Fokus, was das Gefühl von Intimität verstärkt. (Autorin: Darah Rosenthal)

Weblinks

Quelle

  • Film und Musik: DVD EAN 4042564179996.