Platzspitzbaby
Platzspitzbaby (CH 2020) ist ein Spielfilm mit der Musik von Matteo Pagamici. Zusätzliche Musik von Luk Zimmermann inklusive Titelsong «Ich gibe nöd uf» gesungen von Luna Mwezi.
Credits
- Regie: Pierre Monnard.
- Buch: André Küttel, nach der Autobiographie von Michelle Halbheer mit Franziska K. Müller.
- Produktion: C-FILMS (Peter Reichenbach), SRF Schweizer Radio und Fernsehen, SRG SSR, Teleclub.
- Musikmischung: idee und klang, Basel (Daniel Dettwiler).
- Sounddesign: Martin Stäheli.
- Solo Piano & Vocals: Mirjam Skal.
- Musiker: Geigen: Everton Nelson, Richard George, Marianne Haynes, Martyn Jackson, Hannah Dawson, Daniel Bhattacharya, Natalia Bonner, Alison Dods, Emil Chakalov, Kate Robinson; Violen: Peter Lale, Reiad Chibah, Lydia Lowndes-Northcott, Rachel Roberts; Celli: Ian Burdge (Solist), Vicky Matthews, Chris Worsey; Kontrabass: Chris Laurence.
- Dirigent: Anthony Weeden.
- Musikaufnahmestudio: Air Studios, Lyndhurst Hall, London.
- Tonmeister: Nick Wollage.
Handlung
Nach der Auflösung der offenen Drogenszenen am Platzspitz und im Letten im Frühjahr 1995 zieht die elfjährige Mia mit ihrer drogenabhängigen Mutter ins Zürcher Oberland. Der Film zeigt Mias Bemühungen, sich in der neuen Umgebung einzuleben. Gleichzeitig muss sie mit der instabilen Beziehung zu ihrer Mutter zurechtkommen, die trotz anfänglicher Bemühungen rückfällig wird und wieder in die Drogenszene zurückkehrt. Mia wird zunehmend in das Suchtleben ihrer Mutter hineingezogen, hilft bei der Beschaffung von Drogen und muss deren Rückfälle miterleben. Ihre Erfahrungen verarbeitet Mia mit Hilfe eines imaginären Freundes. Die Handlung thematisiert auch die Ohnmacht der Behörden und des Vaters, der um das Sorgerecht kämpft. Der Film endet mit Mias Flucht: In der Schlussszene ruft sie ihren Vater aus einer Telefonkabine an und bittet ihn, sie abzuholen.
Musikausschnitt
(2:29 ab Minute 59)
Mia erlebt einen weiteren Rückfall ihrer Mutter und flüchtet sich in ihrer Verzweiflung mit ihrem imaginären Freund in einen Supermarkt. Dort kauft sie Rubbellose – mit dem Geld, das ihr Vater ihr eigentlich fürs Essen gegeben hat. Sie hofft, genug zu gewinnen, um mit ihrer Mutter auf die Malediven zu fliegen, in der Vorstellung, dass sie dort von den Drogen loskommen könnte. Als sich die Frustration zuspitzt, stösst Mia ihren imaginären Freund von sich und rubbelt die Lose auf.
Kommentar
In dieser Szene erklingt zum ersten und einzigen Mal eine deutlich erkennbare Melodie, gespielt von einem Solo-Cello. Die Szene markiert den Höhepunkt von Mias Verzweiflung – verstärkt durch ein pulsierendes Klangbild aus Sul-Ponticello-Tremoli der Streicher und elektronischen Klängen. Matteo Pagamici komponierte die Melodie jedoch in Dur und setzt damit einen Kontrast, was auf der musikalischen Ebene einen wichtigen Schritt in Richtung Akzeptanz andeutet. Das diegetisch gesungene Lied steht in bewusstem Kontrast zur extradiegetischen Musik, die aus einer melodramatischen Beobachterperspektive der Hauptfigur und des Publikums erzählt. (Autorin: Norina Largiadèr)
Weblinks
Quelle
- Film und Musik: DVD EAN 7613059327146.
